Schon vor Tausenden von Jahren  wussten unsere Vorfahren, wie Tierhäute behandelt werden müssen. So waren Ötzis Schuhe aus Hirschleder. Der Begriff "Leder" wurde aber zum ersten Mal in Ägypten verwendet; vor rund 5.000 Jahren entstanden dort die ersten Gerberwerkstätten; in der Folge entwickelte sich das Gerberhandwerk zu einem der wichtigsten Handwerksbereiche überhaupt.

Während in früheren Jahren noch ganze Rüstungen aus Leder und vor allem Kleidungsstücke gefertigt wurden, wird heute der Großteil des Leders für die Herstellung von Schuhen verwendet. Wer heute Schuhe auf online Portalen wie ladenzeile.de kauft, der vergisst oft, welche Arbeit dahinter steckt, auch wenn die Herstellungsprozesse stark industrialisiert sind.

Leder als bevorzugtes Material für Schuhe

Wenn Sie Schuhe kaufen möchten, werden Sie feststellen, dass zum Großteil Häute von Rindern, Schweinen, Ziegen, Kälbern oder Schafen zur Lederherstellung genutzt wurden. Leder kann sich in allen Bereichen eines Schuhs wiederfinden. Es wird genutzt für die Sohle, für das Rahmen- und Futtermaterial oder für das Schuhoberteil (das so genannte Oberleder). Die Materialeigenschaften von Leder sind prädestiniert für die Produktion von Schuhen. Es ist fest, gleichzeitig flexibel und dehnbar; zudem entwickelt es wasserabstoßende Eigenschaften und wärmeisolierende Fähigkeiten.

Leder benötigt Pflege; eine gute Pflege verlängert Lebensdauer und Haltbarkeit deutlich.

Lederherstellung früher und heute

Die Lederherstellung hat sich im Laufe der Zeit stark gewandelt. Die Ägypter verwendet vor Jahrtausenden noch syrisches Sesamöl, das mit seinem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren gut zur Lederherstellung genutzt werden konnte. Aus den Schoten von Akazien stellten sie Gerbstoffe her; auch die Gerbung mittels Rauch und Fett war damals weit verbreitet. Um das Leder farblich anzupassen, wurden im Altertum auch Purpurschnecken verwendet; seit der "modernen" Zeitrechnung nutzen Färbereien Färbesubstanzen wie Azo- oder Sulfinfarbstoffe.

Heute werden die meistens mit kühlenden Transportmitteln zur Gerberei geschafften und zuvor getrockneten Tierhäute einer alkalischen Weiche unterzogen, bevor ein langwieriger Arbeitsprozess rund um Äschern, Haarlockerung, Behandlung mit Säuren und Gerbverfahren einsetzt. Die beliebtesten Gerbverfahren sind das pflanzliche Gerben und die Chromgerbung (Mineralgerbung). Die bedeutendste Entwicklungsstufe in der Lederherstellung wurde aber 1858 realisiert, als die Gerbung mit Chromsalz die Gerbdauer auf wenige Stunden minimierte und zudem das Leder extrem weich machte.

Häuten von bedrohten Tierarten?

Immer wieder in den Schlagzeilen ist Leder von bedrohten Tierarten. Wenn Sie Wert auf exotisches Leder legen, wie Krokodils-, Schlangen-, Rochen- oder Haileder, dann sollten Sie sich erkundigen, ob das Leder aus legaler und nachhaltiger Zucht stammt. Das Verarbeiten von Tierhäuten dieser Spezies unterliegt strengen Bestimmungen; dennoch kommen immer wieder Leder auf den Markt mit zweifelhafter Herkunft.

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